Nach der Innovation ist vor der Innovation: Expertinnen und Experten diskutieren auf größtem Kongress der Hämatologie & Onkologie im deutschsprachigen Raum

Berlin / Hamburg, 18. Juli 2023
Vom 13. bis 16. Oktober 2023 werden sich Expertinnen und Experten auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Hamburg interdisziplinär und interprofessionell über aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie von Blut- und Krebserkrankungen austauschen. Der größte Kongress des Fachgebiets im deutschsprachigen Raum ist von immenser Bedeutung, denn sowohl die Menge als auch die Geschwindigkeit des Wissenszuwachses machen einen regelmäßigen und systematischen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene unerlässlich.

Innovationen bereits in der Praxis angekommen
Viele der rasanten technologischen Entwicklungen in der Diagnostik und der Innovationen in der multimodalen Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen der letzten Jahre sind bereits feste Bestandteile der ärztlichen Behandlung und werden somit einen der inhaltlichen Schwerpunkte der Jahrestagung in Hamburg darstellen. Die zentrale Bedeutung der interdisziplinären und interprofessionellen Kooperation auf nationaler und internationaler Ebene betont Prof. Dr. med. Claudia Baldus, die gemeinsam mit Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer die diesjährige Kongresspräsidentschaft innehat und Direktorin der Klinik für Innere Medizin II mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein ist: „Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten sogenannte Special Symposia konzipieren konnten. Hier werden wir uns unter dem Titel ‚Aiming 4 Cure‘ unter anderem über die spannenden Entwicklungen beim Multiplen Myelom und beim Bronchialkarzinom austauschen.“

Kontinuierliche Innovationen in der Hämatologie und Medizinischen Onkologie
Dass immuntherapeutische Kombinationsansätze und zelltherapeutisch basierte Immuntherapien aktuell besonders im Fokus klinischer Studien stehen und intensiv beforscht werden, während Immuntherapien mit monoklonalen tumorspezifischen Antikörpern und Checkpoint-Inhibitoren schon neu etablierte Werkzeuge im ‚medikamentösen Instrumentenkasten‘ sind, verdeutlicht Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, ebenfalls Kongresspräsident und Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik für Onkologie, Hämatologie, Knochenmarktransplantation mit Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: „Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, die auf diesen Gebieten ausgewiesen sind, wollen wir diese neuen Ansätze diskutieren. Daher freuen wir uns auch besonders, dass wir Prof. Dr. John Haanen vom Niederländischen Krebsinstitut sowie Prof. Dr. Marcel van den Brink vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center als Keynote Speaker gewinnen konnten.“

Nachwuchsförderung als Basis für zukünftige Innovationen
Mit Blick auf die Innovationsträger betont Prof. Dr. med. Hermann Einsele, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Würzburg, die zentrale Rolle des wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchses für die Hämatologie und Medizinische Onkologie: „Als eines der innovativsten Fachgebiete in der gesamten Medizin können wir – auch mit Blick auf den internationalen Wettbewerb um neue Ideen – nur dann erfolgreich in die Zukunft gehen, wenn wir junge Kolleginnen und Kollegen für die Hämatologie und Onkologie gewinnen. Deshalb wollen wir den wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchs bereits während des Studiums für unser Fachgebiet begeistern.“

Im Rahmen des diesjährigen Kongresses findet am Samstag, 14. Oktober 2023, auch ein Studententag statt. „Hier geben Expertinnen und Experten unseres Fachgebiets Einblicke in ihren Forschungs- und Klinikalltag sowie Anregungen zur individuellen Berufs- und Karriereplanung“, so Einsele weiter.

Innovationen brauchen verlässliche Strukturen
„Klinische Studien sind die Grundpfeiler der modernen evidenzbasierten Medizin. Sie sind die Voraussetzung für den Transfer von medizinischem Fortschritt und innovativen Therapien in die Gesundheitsversorgung. So haben beispielsweise Investigator-initiierte Studien den Weg für immuntherapeutische Therapieansätze einschließlich der CAR-T-Zell-Therapie geebnet“, betont Einsele.

„Trotz der Bedeutung klinischer Studien sind die Rahmenbedingungen alles andere als optimal, was sich auf den internationalen Wettbewerb um die besten Studienbedingungen und damit auf innovative Behandlungsansätze auswirken kann“, ergänzt Prof. Dr. med. Andreas Hochhaus, Vorsitzender der DGHO und Direktor der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums Jena. Um im Bereich der medizinischen Spitzenforschung international konkurrenzfähig bleiben zu können, ist ein ambitioniertes Gegensteuern auf politischer und institutioneller Ebene notwendig. Nur so können Defizite in diesem Bereich abgebaut, eine hohe Qualität bei der Durchführung klinischer Studien und damit eine optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten sichergestellt werden.

Innovation und Empathie sind kein Widerspruch
Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen. Die in den vergangenen Jahren kontinuierlich zunehmende Komplexität des Fachgebiets stellt nicht nur an das ärztliche Personal, sondern auch an die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege hohe fachliche Herausforderungen. Dies erfordert sowohl eine große fachliche Expertise als auch ein hohes Maß an Verantwortung in der pflegerischen Praxis.

„Dabei können gute Medizin und gute Pflege nur dann funktionieren, wenn sie sich dem Menschen – im wahrsten Sinne des Wortes – ganzheitlich nähern“, so Prof. Dr. med. Ewald Wöll, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) und Ärztlicher Direktor/Ärztlicher Leiter Innere Medizin des Krankenhauses St. Vincenz in Zams. „Das macht das Berufsprofil von Pflegenden so breit und anspruchsvoll: Es reicht von komplexen medizinischen Tätigkeiten bis hin zum empathischen Dasein, etwa in existenziellen Situationen wie der Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebensende.“

Im Rahmen der Pflegetagung am Samstag, 14. Oktober 2023, werden diese Aspekte ebenso diskutiert wie die Schwerpunkte Adhärenz und orale Tumortherapie, Immuntherapien und Nebenwirkungsmanagement, Personalsituation in der Hämatologie und Onkologie, Psychoonkologie sowie Integrative Versorgung.

Ausführliche Informationen unter: https://www.jahrestagung-haematologie-onkologie.com/

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