DGHO-Geschichtsbroschüre: „Das verschüttete Antlitz des Generalsekretärs“.

Peter Voswinckel: Das verschüttete Antlitz des Generalsekretärs. Spurensuche als posthume Würdigung von Prof. George Meyer (1860-1923).

MeyerPünktlich zur Jahrestagung 2015 ist das neue Buch des DGHO-Historikers Peter Voswinckel erschienen, mit dem – als letztem Band einer Trilogie –  die Aufarbeitung des Nationalsozialismus einen vorläufigen Abschluss finden soll. Diesmal geht es um die Würdigung des jüdischen Arztes George Meyer (1860-1923), der als Generalsekretär des „Zentralkomitees für Krebsforschung“ und Schriftleiter der „Zeitschrift für Krebsforschung“ die Gründungsphase der Onkologie zwischen 1900 und 1914 wesentlich mitgestaltet hat. Dass er darüber hinaus auch auf den Gebieten „Krankenpflege“ und „Rettungswesen“ große Meriten erworben hat, ist Mitursache für die bisher so mangelhafte Würdigung seiner Lebensleistung, da eine disparate Geschichtsschreibung jeweils nur Teilaspekte seines Wirkens erfasste.

Im Kern geht es um die Frage, warum es so schwer ist, ein Foto und verlässliche Informationen von diesem verdienten Arzt aufzufinden, dessen medizinhistorische Privatbibliothek auf manchem Umwege heute in die Humboldt-Universität zu Berlin gelangt ist. Die Antwort ist vielgestaltig, aber in der Zusammenschau eindeutig. Der Nationalsozialismus blockierte auf der einen Seite die Rezeption des wissenschaftlichen Oeuvres, auf der anderen Seite versprengte er die Familienangehörigen – sofern sie nicht dem Holocaust anheimfielen – über alle Kontinente, so dass es kaum eine private Überlieferung gibt. Widrige Zeitumstände (Inflation zum Todeszeitpunkt 1923) und gegenwärtige Nachlässigkeiten auf dem Felde der Biographik taten (und tun) ein Übriges, um die Erinnerung an diesen „Kärrner der Wissenschaft“ zu tilgen.

Diesem Erinnerungsverlust tritt das Buch mit vielen Bilddokumenten und einem annähernd vollständigen Werkverzeichnis (310 Titel) entgegen. Zu den Glanzstücken gehört die Wiedergabe des Meyer-Eintrags im Gästebuch von Paul Ehrlich (heute im Rockefeller Archiv, New York) sowie Brief-Faksimiles von Max Liebermann und anderen Zeitgenossen (u. a. R. Koch) an Doktor George Meyer.

Das Buch ist kostenlos zu beziehen im Hauptstadtbüro der DGHO.

 

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Peter Voswinckel:
Das verschüttete Antlitz des Generalsekretärs. Spurensuche als posthume Würdigung von Prof. George Meyer (1860-1923). DGHO: Berlin 2015, VI, 169 S.
ISBN 978-3-9816354-8-5