Lenvatinib / Pembrolizumab beim Endometriumkarzinom

01.06.2022
Diese frühe Nutzenbewertung von Lenvatinib (Kisplyx®) in Kombination mit Pembrolizumab (Keytruda®) ist das zweite Verfahren zu neuen Arzneimitteln beim Endometriumkarzinom.

Lenvatinib in Kombination mit Pembrolizumab ist zugelassen für die Behandlung des fortgeschrittenen oder rezidivierenden Endometriumkarzinoms bei Progress während oder nach vorheriger Platin-basierter Therapie.

Unsere Anmerkungen sind:

  • Die vom G-BA festgelegte, zweckmäßige Vergleichstherapie (ZVT) ist eine Therapie nach Maßgabe des behandelnden Arztes. Dies entspricht den Empfehlungen der Fachgesellschaften.
  • Basis der frühen Nutzenbewertung ist KEYNOTE 755, eine randomisierte, aktiv-kontrollierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Lenvatinib + Pembrolizumab versus Chemotherapie (Doxorubicin oder Paclitaxel).
  • Lenvatinib / Pembrolizumab führte zur Steigerung der Remissionsrate, zur Verlängerung der progressionsfreien und der Gesamtüberlebenszeit sowie zur Erhöhung der Gesamtüberlebensrate nach 2 Jahren.
  • Die Nebenwirkungsrate ist hoch, auch die Rate schwerer Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen sind substanzklassenspezifisch für Immuncheckpoint-Inhibitoren und VEGFR-Multikinase-Inhibitoren. Dosisreduktionen von Lenvatinib sind häufig erforderlich.
  • Eine zusätzliche Subgruppenbildung innerhalb der zugelassenen Indikation ist nicht sinnvoll.
  • In der Bewertung des klinischen Nutzens auf der ESMO-Magnitude of Clinical Benefit Scale v1.1 erhält Lenvatinib / Pembrolizumab den Grad 4 (Skala 1 (niedrig) – 5 (hoch)).


Lenvatinib + Pembrolizumab ist ein Durchbruch beim rezidivierten/fortgeschrittenen Endometriumkarzinom nach platinhaltiger Chemotherapie, unabhängig von dem Nachweis einer Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H). Die hohe Rate belastender Nebenwirkungen macht ein sorgfältiges Nebenwirkungsmanagement mit häufigen Patientenkontakten erforderlich.

Zur Stellungnahme Lenvatinib + Pembrolizumab


Zur Stellungnahme Pembrolizumab + Lenvatinib