Höhere Priorität für Krebspatienten beim Zugang zur COVID-19 Schutzimpfung!

10.12.2020
Angesichts zunächst begrenzter Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe schlägt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Priorisierung der Risikogruppen vor.

Dabei werden Krebspatienten und deren engste Kontaktpersonen in die Kategorie „moderate Priorität“ eingeordnet. Hintergrund sind Auswertungen, in denen alle Personen mit der Diagnose „Krebs“ als Gesamtgruppe betrachtet wurden. Dieses Vorgehen ist nicht patientenbezogen und reflektiert nicht die aktuelle Datenlage.

DGHO und AGIHO, weitere wissenschaftliche Fachgesellschaften mit onkologischen Schwerpunkten und die Vertretung der Krebsselbsthilfegruppen fordern eine hohe Priorität für eine Gruppe von Patienten mit Krebserkrankungen und deren engste Kontaktpersonen, mit dieser Spezifizierung:

  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen, insbesondere akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen und Multiplem Myelom;
  • Personen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, deren Erkrankung nicht in Remission ist und deren Remissionsdauer <5 Jahre beträgt, sowie Patienten unter aktueller systemischer Therapie; davon ausgenommen sind Patienten mit ausschließlich antihormoneller Therapie.

Die letztendliche Entscheidung über die Durchführung einer Schutzimpfung muss patientenindividuell getroffen werden.


Zur Stellungnahme