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Allgemeines zur Geschichte der DGHO

Deutschland war lange Zeit ohne eine eigene wissenschaftliche Gesellschaft auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie. Von 1908 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges existierte die von Artur Pappenheim gegründete "Berliner Hämatologische Gesellschaft". Erst 1937 wurde auf Initiative von Viktor Schilling die "Deutsche Hämatologische Gesellschaft" als Verein dauerhaft ins Leben gerufen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde zunächst versucht, eine gemeinsame "Gesellschaft Deutscher Hämatologen" zu erhalten. Die weitere politische Entwicklung führte jedoch zur Teilung und zur Gründung der "Deutschen Gesellschaft für Hämatologie" 1964.

In den 60er Jahren setzten Hämatologen mit zunehmendem Erfolg Zytostatika zur Behandlung bösartiger Blutkrankheiten ein. Solide Tumoren wurden damals noch überwiegend chirurgisch und strahlentherapeutisch behandelt. Das änderte sich in den siebziger Jahren, als ein erweitertes Spektrum an Zytostatika die Chemotherapie solider Tumoren deutlich verbesserte. Durch die gemeinsamen Behandlungsansätze rückten die Hämatologie und Onkologie näher zusammen. Probleme solider Tumoren fanden innerhalb der DGHO zunehmend Aufmerksamkeit und wurden regelmäßig auf den Jahrestagungen diskutiert. In der Konsequenz erweiterte die Gesellschaft 1977 ihren Namen in "Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie". Seit 1979 wird analog zum Artur-Pappenheim-Preis für herausragende hämatologische Leistungen der Vincenz-Czerny-Preis für besondere Leistungen in der Onkologie verliehen.

Aus der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte entstand eine Ausstellung über die Entwicklung des Faches und der Fachgesellschaft in den letzten hundert Jahren, die seit 2005 regelmäßig gezeigt wurde. Diese stellt auch die Hämatologie während der NS-Zeit und im geteilten Deutschland dar und reicht bis in die Gegenwart.
--> Ausstellungen zur Geschichte

Bild vom Buch.jpgDie 2014 erschienene Publikation „Erinnerungsort Krebsbaracke“ gibt einen fundierten Einblick in ein vergessenes Kapitel der Hämatologie und Onkologie in Deutschland. Sie erzählt fesselnde Geschichten von der  Etablierung und den Erfolgen interdisziplinärer Krebsforschung und -Behandlung, über die Gründung des ersten interdisziplinären deutschen Krebsinstituts bis zu seinem Untergang  im Nationalsozialismus.
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