Vincenz-Czerny-Preis 2018 an Dr. med. Sascha Dietrich, Heidelberg

Der Vincenz-Czerny-Preis ist für eine wissenschaftliche Arbeit bestimmt, die sich mit klinischen, experimentellen oder theoretischen Fragen der Onkologie befasst und ist mit 7.500 € dotiert.

"Mechanismen der Therapieresistenz in der akuten myeloischen Leukämie“

 

Zusammenfassung der Arbeit

Hallek_Dietrich.jpgIn ihrer Arbeit mit dem Titel „Drug-perturbation-based stratification of blood cancer“ untersuchen Sascha Dietrich und Kollegen die Wirkung von 63 unterschiedlichen Wirkstoffen auf 249 primäre Patienten-zellproben. Zusätzlich wurden die Patientenproben sehr ausführlich mithilfe von Ganzgenomsequenzie-rungen, Transkriptom- und DNA-Methylierungsanalysen charakterisiert. Mithilfe mathematischer Modelle verknüpften Sascha Dietrich und Kollegen die gemessenen Medikamentensensitivitätsprofile und die verschiedenen tumorspezifischen genetischen und epigenetischen Merkmale, um Veränderungen zu identifizieren, die das Ansprechen auf Medikamente maßgeblich beeinflussen können. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine unerwartet große Anzahl von Genmutationen das Ansprechen der Zellen auf einen Wirkstoff beeinflussen können.  Multivariate Analysen zeigen, dass mehrere Veränderungen zusammen eine sehr viele höhere Vorhersagekraft haben, als ein einzelner Marker allein. Die Varianz des Medikamentenansprechens konnte für verschiedene Medikamentenklassen sehr unterschiedlich durch die erhobenen Omics-Datensätze erklärt werden. Die Studie zeigt, dass das Medikamentenansprechen durch eine sehr große Anzahl von genetischen und epigenetischen Modifikationen beeinflusst werden kann.

 

Lebenslauf

Sascha Dietrich studierte von 1999 bis 2006 Medizin in Jena und absolvierte danach seine Facharztausbildung in Innere Medizin, Notfallmedizin und Hämatologie-Onkologie am Universitätsklinikum in Heidelberg (2007-2013). Neben seiner Facharztausbildung beschäftigte sich Sascha Dietrich mit Mechanismen, die zur Therapierefraktärität bei lymphatischen Neoplasien führen und mit therapeutischen Ansätzen, die die Therapierefrakterität durchbrechen können. Sascha Dietrich leitet eine prospektive Phase 2 Stu-die zum Stellenwert der haploidenten Transplantation bei therapierefraktären Lymphomen. Von 2014 bis 2016 arbeitete Sascha Dietrich als Post-Doktorand in der Bioinformatik Gruppe von Wolfgang Huber am EMBL und schuf damit die Grundlage für seine durch das BMBF geförderten Nachwuchsgruppe auf dem Gebiet der Systemmedizin (2016-2021). Im Jahr 2016 wurde Sascha Dietrich zum Oberarzt mit dem klinischen Schwerpunkt „Lymphome“ ernannt.