Olaparib / Bevacizumab in der Erhaltungstherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms

02.05.2021
Die frühe Nutzenbewertung der Kombination Olaparib (Lynparza) / Bevacizumab ist ein weiteres Verfahren zum Einsatz von PARP-Inhibitoren in der Erhaltungstherapie von Patientinnen mit fortgeschrittenem epithelialem (FIGO-Stadien III und IV) high-grade Karzinom der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, und partieller oder kompletter Remission nach einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie in Kombination mit Bevacizuumab.

Voraussetzung für die Anwendung von Olaparib / Bevacizumab ist der Nachweis einer homologen Rekombinations-Defizienz (HRD), definiert durch eine BRCA1/2-Mutation und/oder genomische Instabilität. Der G-BA hat das IQWiG mit dem Bericht beauftragt. Einen Überblick über Vergleichstherapie und Bewertungsvorschläge gibt Tabelle 1.

Tabelle 1: Berechnung des Zusatznutzens durch pU und IQWiG

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Unsere Anmerkungen sind:

  • Der von uns im folgenden verwendete Terminus „Ovarialkarzinom“ umfasst die gesamte Indikation „high-grade epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom“.
  • Die vom G-BA festgelegte, zweckmäßige Vergleichstherapie (ZVT) mit Bevacizumab entspricht den Leitlinien und dem Kontrollarm der Zulassungsstudie.
  • Basis der frühen Nutzenbewertung ist PAOLA-1, eine prospektive, internationale, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie mit einer 2:1 Randomisierung zugunsten des Olaparib / Bevacizumab-Arms. Eingeschlossen wurden alle Patientinnen, unabhängig vom Nachweis von BRCA1/2-Mutationen und/oder HRD.
  • Olaparib / Bevacizumab führte zu einer sehr deutlichen Verlängerung des progressionsfreien Überlebens um mehr als 2 Jahre (HR 0,39; p < 0,0001) sowie zur nummerischen, statistisch nicht signifikanten Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit (HR 0,70; p = 0,0781). Die Nachbeobachtungszeit ist zu kurz für eine abschließende Bewertung.
  • Die Rate schwerer Nebenwirkungen entspricht dem Substanzklassenspektrum von PARP-Inhibitoren und von Bevacizumab.
  • Die Auswertungen zur Lebensqualität und zum Patient-Reported-Outcome zeigen wenige signifikanten Veränderungen.
  • In der Bewertung des klinischen Nutzens auf der ESMO-Magnitude of Clinical Benefit Scale v1.1 erhält Olaparib / Bevacizumab in der Erhaltungstherapie den Grad 3 (Skala 1 (niedrig) – 5 (hoch)).

Mit Olaparib / Bevacizumab steht jetzt eine zugelassene Erhaltungstherapie in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms nach Vorbehandlung mit Bevacizumab zur Verfügung. Die Begrenzung auf Patientinnen mit BRCA1/2-Mutationen und/oder positivem HRD Status sollte weiterhin überwacht werden.

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