Enzalutamid beim hormonsensitiven Prostatakarzinom

12.10.2021
Die erneute frühe Nutzenbewertung von Enzalutamid bei Patienten mit nicht metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom wird nach Ablauf der im ersten Verfahren gesetzten Frist durchgeführt.

Im ersten Verfahren hatte der G-BA den „Zusatznutzen nicht belegt“ festgelegt. Der G-BA hat keine Subpopulationen gebildet. Das IQWiG wurde mit dem Bericht beauftragt. Pharmazeutischer Unternehmer und IQWiG kommen auf unterschiedlichen Wegen zu identischen Vorschlägen. Einen Überblick über Vergleichstherapie und Bewertungsvorschläge gibt Tabelle 1.

Tabelle 1: Berechnung des Zusatznutzens durch pU und IQWiG

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Unsere Anmerkungen sind:

  • Die Daten entsprechen weitgehend denen der vorherigen Bewertung, neu sind die Daten aus der finalen Analyse zur Gesamtüberlebenszeit mit Datenschnitt vom Dezember 2019 und die Daten der finalen Analyse zur Mortalität vom Mai 2020.
  • Die zweckmäßige Vergleichstherapie entspricht dem bisherigen Standard und den Empfehlungen der Leitlinien. Allerdings ist inzwischen die Kombination von Androgendeprivation + Androgenrezeptor-Antagonist durch die Zulassung von Apalutamid, Darolutamid und Enzalutamid selbst zu einem neuen Standard in dieser Indikation geworden.
  • Grundlage der frühen Nutzenbewertung ist PROSPER, eine internationale, multizentrische, randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie mit 1.401 Patienten. Die Randomisierung erfolgte 2:1 zugunsten des Verum-Arms.
  • Enzalutamid + Androgendeprivation (ADT) führt bei Patienten mit nichtmetastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom und rascher PSA Verdopplungszeit von <10 Monaten gegenüber ADT jetzt – nach ausreichend langer Nachbeobachtungszeit - zu einer signifikanten Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit.
  • Die Rate unerwünschter Ereignisse im CTCAE Grad 3/4 liegt im ADT/Enzalutamid-Arm bei 48%, im ADT/Placebo-Arm bei 27%. Bei Korrektur auf die Expositionszeit sind die Unterschiede nicht signifikant. Häufiger unter Enzalutamid wurden vor allem Fatigue, arterielle Hypertonie, Sturzneigung, Beeinträchtigung von Kognition und Gedächtnis, kardiovaskuläre Ereignisse und ischämische Herzerkrankung dokumentiert.
  • Häufiger unter Enzalutamid wurden vor allem Fatigue, arterielle Hypertonie, Sturzneigung, Beeinträchtigung von Kognition und Gedächtnis, kardiovaskuläre Ereignisse und ischämische Herzerkrankung dokumentiert.

Mit Apalutamid, Darolutamid und Enzalutamid sind jetzt drei Androgen-Rezeptor-Pathway-Inhibitoren zugelassen. In Kombination mit Androgendeprivation (ADT) bilden sie den neuen Standard bei Patienten mit nichtmetastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom und kurzer PSA-Verdopplungszeit.

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