Version=2027 System=DRG ID=7531279347 Helper=Universitätsklinikum Heidelberg#{r}#{n}Dr. med. Markus Thalheimer#{r}#{n}Dieser Antrag wurde durch die deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie e.V. vorformuliert. DisplayName=Glucarpidase Name=Glucarpidase AltName=Voraxaze®#{r}#{n}Carboxypeptidase G2#{r}#{n} Description=Die Glucarpidase (Carboxypeptidase G2, ATC V03AF09) ist ein Enzym, welches Methotrexat (MTX) spaltet und so inaktiviert. Es wird zur Behandlung toxischer Methotrexat-Plasmakonzentrationen bei Patienten mit einer verzögerten Methotrexat-Clearance aufgrund einer beeinträchtigten Nierenfunktion eingesetzt. #{n}#{n}Evidenzlage: #{n}Die Wirksamkeit von Glucarpidase wurde in vier offenen, multizentrischen, einarmigen Compassionate-Use-Studien bei Patienten mit verzögerter MTX-Elimination aufgrund von Nierenfunktionsstörungen untersucht. Der primäre Endpunkt wurde definiert als klinisch bedeutsame Reduktion (clinically important reduction, CIR) der MTX-Konzentration. Eine CIR galt bei einem Patienten als erreicht, wenn alle zentral ausgewerteten MTX-HPLC-Plasmakonzentrationen nach der ersten Glucarpidase-Gabe ≤ 1 μmol/l waren. Insgesamt waren 169 Patienten in die gepoolte zentral ausgewertete MTX-HPLC-Population eingeschlossen und erhielten eine mediane Anfangsdosis von 50 Einheiten/kg (Bereich 11 bis 60 E/kg). Bei 61,5% (95%-KI: 54,0% bis 68,5%) der Patienten wurde eine CIR in der zentral ausgewerteten MTX-HPLC-Population erreicht, die bis zu 8 Tage anhielt. Innerhalb von 15 Minuten nach der Anwendung von Glucarpidase trat eine mediane Reduktion der MTX-Konzentration von > 98% auf.#{n}Quelle: Fachinformation, Stand Dezember 2025#{n}#{n}Dosierung: 50IE/kg KG intravenös HasNoProcs=false ProcCodes=6-00e.g Procedures= MedicalDevice=0 RiscClass=-1 RiscClassComment= TradeName= CeMark= Indication=Glucarpidase wird angewendet zur Verringerung toxischer Methotrexat-Plasmakonzentrationen bei Erwachsenen und Kindern (im Alter ab 28 Tage) mit verzögerter Ausscheidung von Methotrexat, oder wenn das Risiko einer Methotrexat-Toxizität besteht. Replacement=Keine Alternative bei diesen bedrohlichen MTX-Toxizitäten vorhanden. WhatsNew=In den Informationen nach §6 Abs. 2 KHEntgG für 2026 hat Glucarpidase den Status 1. Los=Zur Veränderung der Verweildauer im Krankenhaus können derzeit aufgrund fehlender Erfahrungen keine Aussagen gemacht werden. InGermanySince=15.4.2022 MedApproved=11.1.2022 HospitalCount=Glucarpidase wird in ca. 380 Kliniken in Deutschland eingesetzt (Schätzung aufgrund der NUB-Anfragen des Vorjahres). Da es sich um ein Notfallmedikament in einer seltenen Indikation handelt, ist es in allen onkologischen Zentren mit Einsatz von MTX bereitzuhalten, wird aber sehr selten benötigt. Laut InEK-Datenbrowser war es 2025 etwa 20x benötigt worden. HigherCosts=Sachkosten: #{n}Der Preis einer Durchstechflasche mit 1000 Einheiten Glucarpidase beträgt 23.375,00 € (Rote Liste incl. MWSt KAEP, 13.8.2026).#{n}Bei einem 70 kg schweren Patienten wird eine Dosis von 3.500 Units benötigt. #{n}Kosten ohne Verwurf 81.812,50 €.#{n}Personalkosten:#{n}Für die Zubereitung: ca. 10 Minuten (MTD Apotheke)#{n}Für die Applikation: ca. 5 Minuten (ÄD) und ca. 5 Minuten (PD)#{n}Für die Überwachung: ca. 30 Minuten (PD), ca. 10 Minuten (ÄD DRGs=R61B#{n}R61A#{n} WhyNotRepresented=Glucarpidase ist seit mindestens 10 Jahren als Notfallmedikament gegen MTX-Überdosierung in Deutschland im Einsatz. In den Behandlungsalgorithmen kommt es erst nach Ausschöpfung aller anderen Methoden bis zum intensivierten Leukovorin-Rescue zum Einsatz. Als Notfallmedikament ist sein Einsatz nicht vorhersehbar, aber in den Zentren, bei denen eine Hochdosis-MTX-Therapie durchgeführt wird, in etwa 1-2 Fällen pro Jahr erforderlich (insgesamt 20mal im Jahr 2025 laut Datenbrowser des InEK).#{n}Glucarpidase ist seit Frühjahr 2022 in Deutschland auf dem Markt, davor wurde es seit Jahren über internationale Apotheken im Bedarfsfall beschafft. #{n}Für das Datenjahr 2025 sollten aus den Kalkulationshäusern Kostendaten für den Einsatz vorliegen. #{n}Wir vermuten, dass die Stichprobe jedoch zu klein war, als dass genügend Kosten- und Leistungsinformationen aus den Krankenhäusern vorliegen, um damit eine sachgerechte Abbildung im G-DRG System 2027 zu ermöglichen.#{n}#{n}Die zusätzlichen Kosten von durchschnittlich mind. 81.000 € pro Applikation können aber mit den o.g. Fallpauschalen allein nicht ausreichend abgebildet werden. #{n}Aufgrund der hohen Kosten des Medikaments kommt es zu einer Unterfinanzierung in den betroffenen DRG. RequestedEarlierOther=false CheckSum=362c2d93d86dcf96a2ded2367b60f9b89181b0d4