Frühe Nutzenbewertung von Pomalidomid beim fortgeschrittenen Multiplen Myelom – Stellungnahme der DGHO

30.12.2013

Die Frühe Nutzenbewertung von Pomalidomid (Imnovid®) wird im Rahmen seines Status als Medikament zur Behandlung einer seltenen Erkrankung (Orphan Drug) durchgeführt. Pomalidomid ist zugelassen für Patienten mit progredientem Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib, erhalten haben. Der pharmazeutische Unternehmer sieht in den Studiendaten für Pomalidomid den Beleg eines erheblichen Zusatznutzens. Der Bericht des G-BA enthält keinen Vorschlag zur Kategorisierung des Zusatznutzens. Unsere Anmerkungen sind:   

  • Pomalidomid ist ein wirksames Präparat für Patienten mit progredientem Multiplem Myelom nach Behandung mit Bortezomib und Lenalidomid. Es ist in dieser Krankheitssituation das erste Medikament mit einer signifikanten Verlängerung der Überlebenszeit.
  • Die Überlebenszeit wird statistisch signifikant und klinisch relevant verlängert.
  • Die statistisch signifikante Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit um 2,1 Monate korreliert mit einer Verbesserung des Performance Score, nicht mit einer deutlichen Verbesserung anderer krankheitsassoziierter Symptome.
  • Die Nebenwirkungen sind relevant, aber gut überwach- und beherrschbar.

Der Bericht des IQWiG zur Zahl der zu behandelnden Patienten in Deutschland ist nachvollziehbar.

Pomalidomid DGHO Stellungnahme 20131223.pdf