Frühe Nutzenbewertung von Apixaban bei Vorhofflimmern – Stellungnahme der DGHO und GTH

25.04.2013
Frühe Nutzenbewertung von Apixaban bei Vorhofflimmern

Apixaban (Eliquis®) ist eins von inzwischen drei zugelassenen Medikamenten für die Prophylaxe des Schlaganfalls und anderer thrombembolischer Komplikationen bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern. Im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung hat das IQWiG einen aktuellen Bericht erstellt. Er sieht Hinweise auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Apixaban im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten, allerdings nur bei Patienten im Alter >65 Jahre. Der IQWiG Bericht sieht ebenfalls Hinweise auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Apixaban im Vergleich zu ASS.

 

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und die GTH Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung haben Teile des Berichtes in einer gemeinsamen Stellungnahme kritisiert. Die Stellungnahme betont, dass Apixaban ein wirksames Medikament mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil bei Risikopatienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern ist. Der Nutzen von Apixaban ist besonders groß bei Patienten, die nicht für eine Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten geeignet sind.

 

Die artefizielle, zusätzliche Berechnung des Nutzens für willkürlich nach dem Alter festgesetzte Subgruppen, hier <> 65 Jahre, wird abgelehnt. Alter ist bereits ein Parameter im CHA2DS2-VASc Score zur Indikation einer prophylaktischen Antikoagulation. Die Therapie wird langfristig – über mehrere Altersspannen – durchgeführt. Die Zulassungsstudien waren nicht auf die Analyse von Unterschieden in Subgruppen angelegt. Diese Art der Nutzenberechnung ist methodisch fragwürdig und medizinisch nicht sinnvoll.

 

Link: Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.