Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung

24.01.2012

Ab dem 1. Februar 2012 dürfen genetische Beratungen im Zusammenhang mit genetischen Untersuchungen nur noch durch speziell qualifizierte Ärztinnen und Ärzte durchgeführt werden. Dabei wird zwischen der Durchführung diagnostischer Untersuchungen und prädiktiver Untersuchungen differenziert. Im Rahmen einer diagnostischen Untersuchung soll, bei einer prädiktiven Untersuchung muss dem Patienten eine Beratung angeboten werden.

Für die Durchführung der Untersuchung sind Fachärzte für Humangenetik qualifiziert, zusätzlich gibt es die Möglichkeit des Erwerbs einer "Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung"  nach §7 Abs. 3 und § 23 Abs. 2 für Ärzte anderer Fachrichtungen.

Die für die Umsetzung relevanten, umfangreichen Bestimmungen wurden von der zuständigen Gendiagnostik-Kommision (GEKO) des Robert Koch Instituts Mitte des letzten Jahres im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht:
Richtlinie der Gendiagnostik-Kommission (GEKO) über die Anforderungen an die Qualifikation zur und Inhalte der genetischen Beratung gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 2a und § 23 Abs. 2 Nr. 3 GenDG

Im Bereich der Hämatologie und Onkologie betrifft das u. a. die Diagnostik im Bereich
•         Thrombosen / Embolien
•         hämolytische Anämien
•         Hämochromatose
•         Chimärismus
•         Pharmakogenetik
•         Prädisposition für maligne Erkrankungen
Nicht betroffen sind genetische Untersuchungen zur Klassifikation bereits diagnostizierter maligner Erkrankungen (z. B. Leukämien).

Leider sind die Ausführungsbestimmungen der GEKO relativ kurzfristig veröffentlicht worden. Bis zum 10.7.2016 gilt daher eine Übergangslösung zum Erwerb der Qualifizierung.

Für die Organisation und Bestätigung der Qualifikation sind die Landesärztekammern zuständig. Aktuell ergibt sich dabei ein buntes Bild. Angeboten werden
•         Fortbildungskurs mit anschließender Prüfung
•         Prüfung ohne vorherigen Besuch eines Fortbildungskurses
•         online Prüfung (Multiple Choice)

Falls noch nicht geschehen, informieren Sie sich bitte umgehend bei Ihrer zuständigen Ärztekammer über die Maßnahmen zur Qualifizierung.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gern über die Geschäftsstelle der DGHO zur Verfügung.

Prof. Dr. Christian Thiede, Dresden
Prof. Dr. Bernhard Wörmann, Berlin