Porträts von Czerny und Werlhof
Prof. Dr. Vincenz Czerny
Prof. Dr.
Vincenz Czerny (1842-1916) studierte in Prag und Wien Medizin. Seine
berufliche Wirkungsstätte wurde Heidelberg. 1877 übernahm er
dort den Lehrstuhl für Chirurgie und die Direktion der
chirurgischen Klinik, welche anfänglich circa 120 Betten hatte und
unter Czerny wesentlich an Größe und Bedeutung wuchs. Er
strebte für Krebspatienten eine eigene Heil- und Pflegestätte
und damit einhergehend die Gründung eines wissenschaftlichen
Forschungsinstituts an, um die unterschiedlichen Krebsarten gezielter
erforschen zu können. Trotz anfänglicher Widerstände
konnte das „Institut für Experimentelle Krebsforschung" am 25.
September 1906 gegründet werden. Dieses Institut, welches heute
als Vorläufer des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gilt,
bestand aus einer Heil- und Pflegeanstalt mit der Bezeichnung
„Samariterhaus" und zwei wissenschaftlichen Abteilungen. Mit der Idee,
Grundlagenforschung und Klinik in einer Institution zu vereinigen,
legte Czerny den Grundstein für den Forschungsbereich der
experimentellen Krebsforschung.
Auf Initiative des heutigen DGHO-Ehrenmitglieds Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Theodor Fliedner wurde 1979 der Czerny-Preis der DGHO geschaffen, da Czerny „den interdisziplinären Charakter des Faches Onkologie als einer der ersten erkannt und die für die Onkologie so befruchtende Zusammenarbeit zwischen der operativen Medizin, der Strahlentherapie und der Inneren Medizin gefördert und realisiert hat (so auch § 1 der Satzung über den Czerny-Preis).
Die Familie Czerny übergab aus diesem Anlass der DGHO ein Portrait von Vincenz Czerny aus dem Jahre 1912. Lange Zeit befand sich dieses Bild im Schloss Reisensburg, dem Wissenschaftszentrum der Universität Ulm. 2006 wurde es der DGHO übereignet.
Die DGHO gestattet, das Portrait von Czerny für Präsentationen oder Vorträge kostenfrei zu verwenden (download: jpg, 200 kB).
Dr. Paul Gottlieb Werlhof
Werlhof studierte an der Universität Helmstedt Medizin. Nach
seinem Studium zog er 1721 nach Peine und arbeitet dort für vier
Jahre als praktischer Arzt. 1723 erwarb er den Doktortitel an der
Universität in Helmstedt.
1725 zog Werlhof nach Hannover. Seine Fähigkeiten als Arzt verschafften ihm bald große Anerkennung. Er hatte eine außerordentlich hohe Zahl an Patienten, auch aus höheren gesellschaftlichen Kreisen, und wurde einer der bekanntesten Ärzte seiner Zeit in Europa, der sogar aus Moskau und Rom konsultiert wurde. 1740 wurde er königlicher Leibarzt. Die Einladung auf eine Professur in Helmstedt lehnte er ab und blieb bis zu seinem Tod in Hannover.
Werlhof war nicht nur ein begnadeter Arzt, sondern ein hervorragender Poet. Er schrieb Gedichte und Hymnen.
Nach Werlhof ist die Idiopathische Thrombozytopenie als Morbus Werlhof benannt.
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