Geschichte der DGHO

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www.dgho-geschichte.de  -  Virtuelle Geschichtsausstellung der DGHO

Deutschland war lange Zeit ohne eine eigene wissenschaftliche Gesellschaft auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie. Von 1908 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges existierte die von Artur Pappenheim gegründete "Berliner Hämatologische Gesellschaft". Erst 1937 wurde auf Initiative von Viktor Schilling die "Deutsche Hämatologische Gesellschaft" als Verein dauerhaft ins Leben gerufen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde zunächst versucht, eine gemeinsame "Gesellschaft Deutscher Hämatologen" zu erhalten. Die weitere politische Entwicklung führte jedoch zur Teilung und zur Gründung der "Deutschen Gesellschaft für Hämatologie" 1964 in der Bundesrepublik. In der DDR gründete sich die „Arbeitsgemeinschaft für Hämatologie und Blutspendewesen in der Sektion Innere Medizin der Deutschen Gesellschaft für Klinische Medizin“. Ab 1967 gab es die Umbenennung in „Gesellschaft für Hämatologie und Bluttransfusion in der DDR“.

In den 60er Jahren setzten Hämatologen mit zunehmendem Erfolg Zytostatika zur Behandlung bösartiger Blutkrankheiten ein. Solide Tumoren wurden damals noch überwiegend chirurgisch und strahlentherapeutisch behandelt. Das änderte sich in den siebziger Jahren, als ein erweitertes Spektrum an Zytostatika die Chemotherapie solider Tumoren deutlich verbesserte. Durch die gemeinsamen Behandlungsansätze rückten die Hämatologie und Onkologie in der Bundesrepublik näher zusammen.

Probleme solider Tumoren fanden innerhalb der DGHO zunehmend Aufmerksamkeit und wurden regelmäßig auf den Jahrestagungen diskutiert. In der Konsequenz erweiterte die Gesellschaft 1977 ihren Namen in "Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie". In der DDR war die „Geschwulstforschung“ eine eigenständige, stark zentralisierte Disziplin.

Im Buch „80 Jahre - Fundstücke aus dem DGHO-Archiv“ (Autor Peter Voswinckel) kann die Geschichte nachgelesen werden. Es beginnt mit den Anfängen in Nazi-Deutschland und führt in die Zeit der Ost-West-Spaltung. Erläutert wird die Entwicklung der Namensgebung, die Preise und die Förderung von klinischen Studien. Man erkennt die Professionalisierung der DGHO an den wachsenden Jahrestagungen und dem Aufbau des Leitlinienportals „ONKOPEDIA“. Mit dem Blick auf die gesundheitspolitische Aktivität der DGHO schließt das Buch.

„80 Jahre - Fundstücke aus dem DGHO-Archiv“ kann kostenlos bestellt werden unter info@dgho.de oder online und ist auch online.

Im Buch „1937 - 2012. Die Geschichte der DGHO im Spiegel ihrer Ehrenmitglieder – „Verweigerte Ehre“. Dokumentation zu Hans Hirschfeld. wirft die Fachgesellschaft einen kritischen Blick auf die eigene Vergangenheit. Diese Broschüre zum 75-jährigen Jubiläum war nur der Anfang und der damalige Vorstand versprach im Grußwort:

„Die Aufarbeitung der 40-jährigen Geschichte der DDR steht gerade erst in den Anfängen, somit auch die Geschichte der 1991 aufgelösten »Gesellschaft für Hämatologie und Bluttransfusion der DDR«, deren Mitglieder zwar mehrheitlich in die DGHO eingetreten sind, deren vergangene Leistungen und Arbeitsstrukturen aber bisher kaum gewürdigt sind. Hier bedarf es noch einer längeren Arbeit des Sammelns, Archivierens und Forschens.“

2026 ist dieses Projekt „Hämatologie in der DDR“ mit Interviews von Zeitzeuginnen und -zeugen bereits weit fortgeschritten.

Aktuelles erfahren Sie in unserer virtuellen Bibliothek unter www.dgho-geschichte.de

Das Team des AK Geschichte
Mai 2026